Simson und Delila

Seine göttliche Kraft verlor Simson wegen seiner Schwäche für Frauen und der irdischen Liebe. Dies wird durch die Seitenstütze der anderen Bank dargestellt.

Simson konnte der Verführung der schönen Philisterin Delila nicht widerstehen und verriet ihr das Geheimnis seiner Kraft. An der Banklehne wird Delila beim Scheren von Simsons Haaren dargestellt. Die schöne Delila ist hier nicht nur ein Symbol für weibliche Anmut und eine Verführerin, sondern auch eine lasterhafte Verräterin, die den Philistern Simsons Geheimnis verkauft. So warnt die Abbildung von Simson und Delila die Männer nicht nur vor der irdischen Liebe, sondern auch der verderbenden List und der Verräterei einer Frau. Statt der Hingabe zu Gott sich der fleischlichen Leidenschaft ergebend verliert Simson seine Kraft, Würde und sein Leben. Diese Geschichte aus dem Alten Testament war eine der ersten, die zu einem moralisierenden Zweck in der Kunst dargestellt wurde. Im 13. Jh. wurde populär, zur Verstärkung der Wirkung der Botschaft Simson und Delila mit einem anderen Paar – dem Symbol der weltlichen Klugheit, Aristoteles, und der schönen Phyllis – darzustellen.

Geschichte von Simson und Delila

(das Buch der Richter 16 des Alten Testaments)

Simson verliebte sich in eine Philisterfrau namens Delila. Die Philister bezahlten Delila dafür, dass sie Simson verführen und das Geheimnis seiner Kraft herausfinden würde. Simson konnte Delila dreimal irreführen und sich von den Fesseln der Philister befreien. Dann aber warf Delila Simson vor, dass sie nicht an seine Liebe glaubt, wenn Simson sie täuscht und ihr sein Herz nicht öffnet. Letztlich gab Simson nach und verriet Delila das Geheimnis seiner Kraft. Delila schläferte Simson ein und rief die Philister, um seine Haare zu schneiden. Als Simson aufwachte, dachte er, dass er sich von den Fesseln befreien kann wie bei den vorigen Malen, aber diesmal hatte er zusammen mit seinen Haaren seine Kraft verloren.

Simson wurde festgenommen, aber die Philister beschlossen, ihn nicht zu töten, sondern zu demütigen. Ihm wurden die Augen ausgestochen und einmal bei einem Fest der Philister wurde er zur Belustigung des Volkes in ihren Tempel gebracht, in dem tausende Menschen zusammen waren. Der Held bat Gott noch zum letzten Mal um Kraft, um sich an seinem Feind zu rächen. Er umfasste die Säulen, auf welchen der Tempel ruhte, und stiess das Haus um, selbst mit seinen Feinden umkommend. So tötete Simson sterbend mehr Philister als er zu seinen Lebzeiten getötet hatte.

Simson kämpfte zu seinen Lebzeiten wohl gegen die Philister, befreite Israel aber nicht. Dies wurde von David erledigt.